Was einst nur Sandstrände, Palmen und Urlaubsfeeling in den Kopf rief, ist heute vor allem wegen des verheerenden Erdbebens im Januar 2010 als Katastrophengebiet bekannt. Dass der Inselstaat auf der Insel Hispaniola kein reines Paradies (mehr) ist, kann man nicht leugnen. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Landes, das sich nun wieder mit aller Kraft im Aufbau befindet.

Foto: M_Eriksson
Die karibische Insel Hispaniola teilt sich Haiti mit der Dominikanischen Republik; der westliche Teil des Eilandes, der mit zwei Halbinseln wie ein großes „U“ in den Atlantischen Ozean ragt, ist das Staatsgebiet Haitis. 9 Mio. Einwohner bevölkern dieses, wobei es auch schon vor dem Erdbeben eine große Landflucht aufgrund von zur Neige gehenden Ressourcen gab und es einen Großteil der Menschen in der Hauptstadt Port-au-Prince zog.
Amtssprachen sind Haitianisch und Französisch, was auf die Geschichte der Staates zurückgeht, der lange französische Kolonie zu Napoleons Zeiten war. Hispaniola wurde 1492 von Columbus entdeckt und bald darauf von französischen Truppen eingenommen. Durch Sklavenaufstände erlangte Haiti jedoch 1804 die Unabhängigkeit, musste jedoch zur Anerkennung durch Frankreich an seinen früheren Besetzer zahlen, was das Land von der reichsten Kolonie zum ärmsten Land Lateinamerikas werden ließ. Lange Zeit war Haiti politischen Unruhen und Bürgerkriegen ausgesetzt und noch heute ist die politische Lage völlig ungeklärt, sodass auch schon UN-Truppen eingesetzt wurden.
Nach dem Erdbeben wird durch die hohe Medienaufmerksamkeit mithilfe von unzähligen Spenden viel humanitäre Hilfe geleistet und die Orte wieder aufgebaut.
So dramatisch die Lage des Landes auch klingt, ein Stück Paradies ist doch noch geblieben. Die karibischen Verhältnisse mit klarem blauen Meerwasser, weißen Sandstränden, Palmen und friedlichen Fischern sind auch zu finden. Nicht umsonst hat die Reederei Royal Carribean Cruises den Hafen und einen Großteil der Strände gepachtet, um ihren Gästen den karibischen Garten Eden weiterhin bieten zu können.
