Zigarren, Rum und Castro – das ist wohl vielfach das Erste, was zu Kuba in den Kopf kommt. Doch die größte karibische Insel hat einiges mehr zu bieten. Von den weißen Sandstränden, von Palmen gesäumt und von türkisblauem, klarem Wasser umspült erst einmal abgesehen, zeichnet sie die Insel im Atlantik vor allem durch einen vergleichsweise hohen Bildungsstandard auf europäischem Niveau und relativ wohlhabender Wirtschaft und Infrastruktur aus. Dies ist vor allem auf die hohen Exportzahlen von Zucker zurückzuführen, den Kuba in die ganze Welt ausführt. Seitdem es aber 1991 zu einer wirtschaftlichen Krise durch den Wegfall des ehemals wichtigsten Handelspartners, der Sowjetunion, kam, herrscht in Kuba die weltweit letzte sozialistische Volkswirtschaft und das Land ist stark von den USA und Zahlungen aus der ehemaligen Sowjetunion abhängig. Soviel man auch von Castro und der Planwirtschaft halten mag – die Nation gilt noch immer als eines der reichsten Länder Lateinamerikas.
Die 11,5 Mio Einwohner sprechen vor allem die Amtssprache Spanisch, es wird aber auch viel auf Englisch, Französisch und vielerorts sogar auf Deutsch kommuniziert. Der große englischsprachige Einfluss kommt durch die Nähe zu den USA – Florida ist nur 140km auf dem Seeweg entfernt – zu denen sowohl wirtschaftlich als auch im Tourismus viele Verbindungen bestehen. Viele Amerikaner begeben sich auf Kuba Reisen und einige sind sogar nach Kuba ausgewandert, um dort den hohen Lebensstandard und die lateinamerikanischen Klima- und Landschaftsverhältnisse zu genießen; während wichtiger ökonomischer Verhandlungen war sogar eine Zeit lang der US-Dollar zweite offizielle Währung.
Und man kann diese Auswanderer gut verstehen, wenn man die 27°C Durchschnittstemperatur und die durchschnittlich 7-10 Sonnenstunden pro Tag betrachtet. Allerdings sollte man Kuba von August bis November meiden, in dieser Zeit herrscht dort nämlich die Hurrikan-Saison, die teilweise katastrophale Ausmaße annimmt. Doch auch vor diesen Zeiten sind die Kubaner mittlerweile gut gewappnet.

Foto: schillergarcia
In freundlicheren Tagen locken die paradiesischen Strände, umgeben von Kiefern- und Palmenwäldern – die reine Poster-Idylle. Doch auch die Städte laden zu Besuchen ein: die Hauptstadt Havanna ist zum Weltkulturerbe erklärt worden und auch in Trinidad im Inneren der Insel sind Prachtbauten und opulente Straßenzüge aus reichen Handelszeiten zu bewundern.
Eines steht für diese Insel fest: ist man in der Karibik unterwegs, darf man sich dieses einzigartige Land nicht entgehen lassen und muss einmal den Geist vergangener Zeiten gespürt sowie das moderne Kuba mit all seinen Facetten erlebt haben.
